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06.12.2017

Abschlussveranstaltung von KombiFin und SmartStream im Rahmen der 4. Fachtagung "Sensitive Fertigungstechnik" am 2. November 2017

Über 100 Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie haben sich am 2. November 2017 über innovative Fertigungsverfahren in der Präzisionsbearbeitung ausgetauscht. „Die Finishbearbeitung hat sich zu einer flexibel einsetzbaren Hochleistungsbearbeitung entwickelt“, erklärte Prof. Dr. Harald Goldau, Prorektor fu?r Forschung, Entwicklung und Transfer an der Hochschule Magdeburg-Stendal und Gastgeber der Tagung. Gerade mithilfe kleiner sensorischer Finisheinheiten ließen sich moderne CNC-Bearbeitungsmaschinen zu einem Feinstbearbeitungszentrum weiterentwickeln, so Goldau weiter. Das Thema Finishen bildete einen Schwerpunkt der Tagung.

KombiFin – integrierte Finishtechnologien effizient einsetzen

Durch eine Kombination von neuen Aufsatzgeräten, einer intelligenten Softwarelösung und angepassten Kraftregelstrategien lässt sich die KombiFin-Technologie problemlos in bestehende CNC-Bearbeitungszentren integrieren. Die neu entwickelten Aufsatzgeräte sind bis zu 80 Prozent kleiner und deutlich leichter als marktübliche Geräte. Die Software ermöglicht es, alle Finishvarianten – Plan-, Wellen- und Lagerfinish – bedienerfreundlich in die Maschine einzubinden. Mithilfe der Kraftregelstrategien lässt sich das Schleifwerkzeug mit technologisch idealen Parametern betreiben. Diese Innovation ist das Ergebnis von über drei Jahren Forschungsarbeit innerhalb des Benchwerk-Projekts KombiFin. Es ist eines von 14 Projekten, das im Rahmen der Bekanntmachung „Hochleistungsfertigungsverfahren für Produkte von morgen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

SmartStream – funktionale Oberfläche durch Strömungsschleifen

Im Forschungsprojekt SmartStream – einem weiteren Projekt aus dieser Bekanntmachung – standen die Verfahren Strömungsschleifen und Hydroerosiv-Verrunden im Fokus. Diese Verfahren eignen sich besonders gut, um funktionelle Oberflächen im Inneren von Bauteilen zu bearbeiten. Auf Basis von Prozesssimulationen haben die SmartStream-Projektpartner die Zusammensetzung der Abrasivmedien – der sogenannten Smart Fluids – optimiert. Mithilfe eines externen elektromagnetischen Felds lassen sich diese Medien gezielt beeinflussen. Auf diese Weise ist es möglich, den Bearbeitungsprozess gezielt zu steuern. Ein neu entwickeltes Verfahren zur Aufbereitung der Abrasivmedien macht zudem einen wirtschaftlichen Produktlebenszyklus möglich. Damit lassen sich Partikel vom Basismedium abtrennen, die dann wiederverwertet werden können.

Neben dem Finishen und der Bearbeitung von Funktionsflächen standen die Sensorik und die Aktorik sowie Industrie-4.0-Lösungen auf dem Tagungsprogramm.